Die Atomkraft ist jetzt nach Fukushima wieder in aller Munde. Wie auch schon nach Tschernobyl. Auch bei jedem Castor-Transport entbrennt wieder die Diskussion um die zivile Nutzung der Atomtechnologie. Das ist wenig vewunderlich, geht es doch um die beiden weithin bekannten Probleme der Kernenergie.

Es gibt aber noch ganz andere Probleme, die stiefmütterlich behandelt werden: Der Uranabbau und der Rückbau und Sanierung kerntechnologischer Anlagen.

Die Dokumentation „Yellow Cake – Die Lüge von der sauberen Energie“ gibt einen guten Einblick in beide Themenbereiche, wenn sich auch das zweite Thema auf die (bis jetzt) 6,5 Mrd Euro teure Sanierung der Altlasten der Wismut GmbH bezieht, welche 2020 vollzogen sein sollte, deren Abschluss mittlerweile aber um weitere 20 Jahre auf das Jahr 2040 verschoben werden musste.

Nüchtern, und ohne eine künstliche Betroffenheit erwecken zu wollen, stellt der Dokumentarfilm, welcher keine Unterstützung für den Verleih erfahren hat, den Uranabbau dar. Angefangen bei dem ehemals größten Uranabbaugebiet der Welt in Thüringen und Sachsen, über die Rössing-Mine in Namibia, Uranium City in Kanada bis nach Australien. Selbst ohne menschliches Leid als solches groß zu thematisieren, wird schnell klar, dass dieses Stiefkind der Atomwirtschaft das Hässlichste und Dreckigste ist. Die Bilder sprechen für sich und die Versprechungen der Uranwirtschaft, die Landschaften würden wiederhergestellt, lösen angesichts der Realität in Ostdeutschland höchstens ungläubiges Kopfschütteln aus. „Schlug der Bullshit-Detektor bei euch nicht aus?“, fragt ein australischer Umweltschützer ungläubig, als er auf einem Monitor die Aussagen eines Mitarbeiters der australischen Ranger-Uranmine mitverfolgt und dem Zuschauer wird klar, dass Reaktorsicherheit im Vergleich zu strahlenden Seenlandschaften aus Schwermetallschlämmen nur ein kleines Puzzleteil der Problematik „Kernkraft“ darstellt.

Website zum Film: http://www.yellowcake-derfilm.de/

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