Ständig liest man vom GAU, vom Super-GAU und man weiss nicht recht, ob er „da ist“, „nicht da ist“, kommen wird, nicht kommen wird, vermieden wird oder nicht vermieden werden kann. Nur, nirgends wird definiert, was das überhaupt sein soll. Wie soll man da durchblicken, wenn man ein Wort nicht versteht, aber ständig von Leuten benutzt wird, um eine bizarre „Dramatik“ zur Auflagensteigerung aufrecht zu erhalten, die den Begriff selbst nicht verstehen. So verkommt informative und seriöse Berichterstattung zum, sich ständig wiederholenden, halbstündigen Actionkasperletheater, als „Kick“ für den gelangweilten Sesselpupser in der „zivilisierten“ Welt.

Was ist nun ein GAU?

Unter einem GAU versteht im allgemeinen Sprachgebrauch man den größten, anzunehmenden Unfall in einer  kerntechnischen Anlage, den die Kraftwerksbesatzung ohne fremde Hilfe von außen bewältigen kann, ohne dass radioaktive Strahlung über dem in der Strahlenschutzverordnung für Störfälle festgelegten Maße freigesetzt wird. Für einen solchen Fall sind die Sicherheitssysteme ausgelegt. Daher spricht man auch vom Auslegungsstörfall.

Ein Super-GAU (eigentlich ein ziemlich dummes Wort, wenn man mich fragt) wäre dementsprechend ein Unfall, der über einen solchen GAU hinausgeht – also ein Unfall in einer kerntechnischen Anlage, für den die Sicherheitstechnik nicht mehr ausgelegt ist, den deshalb eine Kraftwerksbesatzung ohne fremde Hilfe nicht mehr bewältigen kann, was dazu führt, dass der Radioaktivität über den Grenzwerten freisetzt wird.

Die Schlüsse aus dieser Definition und den Nachrichten aus Japan, überlasse ich jedem selbst. Wie schwer die Katastrophe in Japan ist, habe ich schon hier und hier erläutert, und alles was ich hinzufügen könnte, wäre, dass die IAEA in ihrem Update vom Donnerstag neue Werte zu den Dosis- und Kontaminationsmessungen veröffentlicht hat.

At distances between 30 and 32 kilometers from the Fukushima Nuclear Power Plant, in a north westerly direction from the site, dose rates between 16 and 59 microsievert per hour were measured. At these locations, the results of beta-gamma contamination measurements ranged from 3.8 to 4.9 Megabecquerel per square metre. At a location of 21 km from the Fukushima site, where a dose rate of 115 microsieverts per hour was measured, the beta-gamma contamination level could not be determined.

Nach diesen Messungen lagen im Umkreis von 30 bis 32 Kilometern um das Kraftwerk Fukushima dies Dosiswerte zwischen 16 und 59 µSv/h und das Kontaminationsverhältnis bei 3,8 bis 4,9 MBq/m² – also 3.800.000 bis 4.900.000 Bq/m². Das sind Werte die nur in den am schwersten verstrahlten Gebieten in der Ukraine und Weißrussland vorkamen. Bei einer Messung 21 km vom Kraftwerk entfernt wurde eine Dosisrate von 115 µSv/h. Die Beta-Gamma.Kontamination konnte nicht bestimmt werden.

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