Die japanische Zeitung „Mainichi Shimbun“ berichtet, dass die Strahlenbelastung rund um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi die Grenzwerte der Sovietunion, die 1986 für die Evakuierung der Bevölkerung nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl galten, bei weitem überschreiten.

Wie Mainichi schrieb, hat das japanische Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie im April per Flugzeug die Kontamination durch Cäsium-137 und Cäsium-134 messen lassen. Hierbei wurden in Namie, Futaba, Minamisoma, Iitate und Katsurao – nordwestlich des Kernkraftwerks Fukushima 1 – Kontaminationen durch Cäsium-137 von 3 bis 14,7 Millionen Becquerel pro Quadratmeter gemessen. Der Grenzwert zur Evakuierung lag bei Tschernobyl bei einer Gesamtaktivität von 550.000 Becquerel pro Quadratmeter.

Einige dieser Gebiete wurden aufgrund der Empfehlung der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP), welche eine Evakuierung bei einer Strahlendosis von 20 mSv/ Jahr in der Atmosphäre vorsieht, von der japanischen Regierung nicht evakuiert. Das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie erklärte, dass „die radioaktiven Stoffe im Boden nicht sofort in den menschlichen Körper gelangen“, aber die Kontamination der Böden Einfluss auf die Entscheidung haben wird, ob die Bewohner zurückkehren können oder nicht.

Hiromi Yamazawa, Professor für Umweltradiologie an der Universität Nagoya, sagte, dass „das Problem mit der Bodenkontamination, das man äusserlich Gammastrahlung ausgesetzt ist, welche vom Cäsium im Boden abgegeben wird“. Als Lösung nannte er einen Austausch der Böden.

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