Wie die japanische Zeitung „Mainichi Shimbun“, unter Berufung auf Aussagen der japanischen Atombehörde NISA, berichtet, wurden am Mittwoch im ersten Stock von Reaktorblock 1 des zerstörten Kernkraftwerks Fukushima 1, wo man begonnen hat, das Kühlsystem zu reparieren, Dosisleistungen jenseits von 1 Sievert pro Stunde gemessen. Im Erdgeschoss betrug die Strahlung noch 600 bis 700 mSv/h. Laut der Aussage des NISA-Offiziellen Nishiyama Hidehiko behindere die extrem hohe Strahlung die Reparaturarbeiten.

Die jüngst gemessene Strahlung ist mindestens zehnmal so hoch, wie die Betreibergesellschaft TEPCO bisher bekanntgab. Ein dort eingesetzter Arbeiter würde die gesamtzulässige Höchstdosis von 250 mSv in höchstens 15 Minuten abbekommen. Gemessen wurde für 5 Minuten in einer Höhe von 1,60 m über dem Boden, was dazu führte, dass das Meßergebnis jenseits der Skala des eingesetzten Geigerzählers lag.

Die Lage verschlechtert sich auch zunehmend in Block 3: Laut den Messungen eines eingesetzten Roboters ist die Strahlung innerhalb von Block 3 seit April  von 28 bis 57 mSv/h auf 49 bis 120 mSv/h gestiegen.

[Update: Laut Berichten vom japanischen Fernsehsender NHK sollen im Reaktorbock 1 sogar schon über 2 Sievert pro Stunde gemessen worden sein. Das wäre die bisher höchste, gemessene Strahlung seit dem Unfall vom 11. März. Darüber hinaus geht TEPCO mittlerweile davon aus, dass das (hochradioaktive) Wasser aus dem Reaktordruckbehälter von Block 1 in den Keller des Reaktorblocks gesickert sei.

Zudem wurde bekannt, dass TEPCO wichtige Informationen zurückgehalten, aus denen man schließen kann, dass in den betroffenen Reaktoren schon 16 Stunden nach dem Erdbeben zu Kernschmelzen gekommen sein könnte, und diese viel eher aufgrund des Erdbebens ausgelöst wurden.

Auch wurde die Evakuierungszone um das Kraftwerk vergrößert, so dass auch die Stadt Kawamata und ein benachbartes Dorf evakuiert wurden. Greenpeace und andere Organisationen fordern schon seit langem eine Ausweitung der Evakuierungen, weil in einer Entfernung von bis zu 80 km hohe Kontaminationen gemessen wurden.

Von Entspannung kann also keine Rede sein. Im Gegenteil: Es scheint, als würde jetzt im Nachhinein die komplette Wahrheit über die Reaktorkatastrophe von Fukushima bekannt werden.]

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