Reaktorblock 3 von Fukushima Daiichi nach der Explosion

Reaktorblock 3 von Fukushima Daiichi nach der Explosion (Bild: TEPCO)

Während hier das Thema Fukushima immer mehr vom Medienradar verschwindet, werden in Japan immer mehr Details zur Reaktorkatastrophe bekannt, während sich die Lage im Kraftwerk verschlechtert. So berichtet die japanische Tageszeitung „Asahi Shimbun“, dass die Betreibergesellschaft von Fukushima TEPCO die Ausmaße der Strahlenbelastung vor der Wasserstoffexplosion von Reaktor 3 verheimlicht hat.

Dem „Asahi Shimbun“ wurde ein über 100-seitiges Dokument zugespielt, in dem lückenlos sämtliche Meßdaten zu Strahlung, Temperatur und Druck von Reaktor 3 vom 11. März bis zum 30. April aufgeführt sind. Daraus geht hervor, dass vor der Explosion an zwei Meßstellen  Strahlungsdosen von mehr als 300 mSv/h gemessen wurden, diese Werte aber nicht dem eingesetzten Personal mitgeteilt wurden, welches zu dem Zeitpunkt versuchte die Lage unter Kontrolle zu bekommen.

Aus den Daten wird auch ersichtlich, dass am 13. März große Mengen Wasserstoff frei wurden, als man Meerwasser in den Reaktor pumpte. Die Wasserstoffexplosion, bei der sieben Arbeiter verletzt wurden, ereignete sich dann am nächsten Tag gegen 11 Uhr vormittags.

Keiji Miyazaki, emeritierter Professor für Nukleartechnik der Universität Osaka, kritisierte TEPCOs Informationspolitik und meinte, dass solch wichtige Daten gleich hätten veröffentlicht werden müssen. TEPCO verteidigte die Informationspolitik und sagte, dass öffentlich bekanntgegeben wurde, dass rund um das Kraftwerk erhöhte Strahlung gemessen worden sei.

Mangelhafte Daten zu Strahlungswerten, wie auch Pannen bei der Weitergabe von Karten, welche die Verbreitung der Strahlung prognostizierten, an die lokalen Behörden werden in Japan dafür verantwortlich gemacht, dass es zu erheblichen Verzögerungen bei der Evakuierung der umliegenden Gemeinden kam.

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