Der Reaktorunfall von Fukushima wirft Probleme auf, die im ersten Moment nicht ersichtlich sind: Ein derzeit ernstes Problem ist die Entsorgung des radioaktiven, insbesondere mit Cäsium-137 belasteten Klärschlamms, welcher in den Kläranlagen der Präfektur Fukushima anfällt.

Betroffen sind, nach einer Erklärung der Präfekturverwaltung von Fukushima zufolge, 16 Klärwerke in der Präfektur Fukushima, aber auch drei weitere in der Präfektur Gunma, vier in der Präfektur Kanagawa und jeweils eines in den Präfekturen Tochigi und Ibaraki. Die Verwaltung des Großraums Tokyo gab bekannt, dass eingeäscherter Klärschlamm mit einer Belastung von bis zu 24.000 Becquerel pro Kilogramm in drei Anlagen gefunden wurde.

Nach einer Entscheidung der Regierung vom 12. Mai soll der hochradioaktiv belastete Klärschlamm versuchsweise in den betroffenen Kläranlagen aufbewahrt werden, während leicht radioaktiver Schlamm unter 1.000 Becquerel pro Kilogramm verbrannt und anschließend in Zement und anderen Materialien verwendet werden soll, falls dann die Kontamination auf unter 100 Becquerel pro Kilogramm gesenkt werden kann.

Das Problem ist, dass hochradioaktiver Schlamm wie jeder andere hochaktive Atommüll behandelt werden muss, es aber keinerlei Pläne zur Endlagerung gibt. Eine anderweitige Verwendung des Abfalls, wie dies bei leicht radioaktivem Schlamm der Fall ist, ist nicht möglich. Die Regierung sieht sich einer ernsten Herausforderung gegenübergestellt, da es keine rechtlich Handhabe oder andere Regelungen in diesem Fall gibt.

Laut der Regierungserklärung soll Schlamm mit einer Belastung über 100.000 Becquerel pro Kilogramm zunächst verbrannt werden, bevor dieser in der Kläranlage aufbewahrt wird. Die Asche soll in Metalfässern gelagert werden, um eine Verstreuung zu vermeiden. Klärabfälle mit einer Belastung unter 100.000 Becquerel pro Kilogramm sollen im Klärwerk zwischengelagert werden, wobei ein Strahlungsmonitoring durchgeführt werden soll.  So soll auch der Strahlenschutz an den Arbeitsplätzen gewährleistet werden, so dass die Strahlung in der Luft eine Dosisleistung von 1,3 Millisievert in drei Monaten nicht überschreitet.

Quelle: Mainichi Shimbun

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