Die Serie an Plagiatsfällen nimmt kein Ende. Dieses Mal hat es den FDP-EU-Abgeordneten Georgios Chatzimarkakis erwischt, wie auf dem Wiki des VroniPlag-Projekts, welches sich jetzt auch mit Chatzimarkakis Dissertation vom Jahr 2000 auseinandergesetzt hat, ersichtlich wird.

Georgios Chatzimarkakis gab auf seiner persönlichen Website bekannt, er habe in seiner Doktorschrift verschiedene „Zitierweisen“ verwendent, was „Raum für Spekulationen schafft“. Bei der Betrachtung der Dissertation wird aber schnell klar, dass viele der beanstandeten Fragmente keine Quellenangabe besitzen und zusätzlich durch Veränderung der Satzstruktur, Wortwahl oder einfach nur der äusseren Form (z.B. kommagetrennte Aufzählungen im Fließtext, die in eine Liste umgewandelt wurden) verfremdet wurden, um die Herkunft zu verschleiern. Bei anderen Plagiaten wurden Passagen übernommen und es wurden, bis auf einen kleinen Schlußsatz, keine Anführungszeichen gesetzt, wobei der Schlußsatz zusätzlich mit einer Fußnote und Quellenangabe versehen wurde. Dieses Vorgehen, welches als „Bauernopfer“ bezeichnet wird, hatte auch schon Guttenberg gezeigt. Mit verschiedenen Zitierweisen kann man dies nicht erklären, wie Chatzimarkakis vorgibt, und die Vorwürfe haben mit „Spekulationen“ recht wenig zu tun, sondern erlauben bei der Menge und Qualität, von dem, was bis jetzt schon entdeckt wurde, faktisch nur einen logischen Schluß zu.

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