Heute gab die japanische Regierung bekannt, was allgemein schon längst vermutet wurde: Im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ereigneten sich kurz nach dem Erdbeben drei Kernschmelzen, welche die Reaktorblöcke 1 bis 3 betrafen.

Während dessen ist die Strahlung im Reaktorkern von Block 1 von 30 bis 50 Sv/h auf 250 Sv/h gestiegen, was ein Indiz sein könnte, dass des Kern teilweise wieder kritisch wird. Interessant ist hier, dass es so aussieht, als ob die Strahlung zyklisch ansteigt und danach wieder auf ein erwartetes Maß abfällt. Eine Erklärung könnte sein, dass Wasser in ehemals geschmolzene Reaktorteil gelangt, dort als Moderator dient, was die Spaltvorgänge anregt und letztendlich verdampft, was dazu führt, dass die Schmelze aufhört kritisch zu sein und der Vorgang, ähnlich einem Geysir von vorne beginnt. Vor ein paar Tagen hatte schon ein Roboter im Gebäude des ersten Reaktorblocks an einer Rohrdurchführung, an welcher radioaktiver Dampf austrat, eine sehr hohe Strahlungsdosisleistung von 4 Sv/h gemessen.

Auch außerhalb des Kraftwerks gibt es keine Entwarnung: Das japanische Wissenschaftsministerium gab, laut der Tageszeitung „Asahi Shimbun“, bekannt, dass in Bereichen ausserhalb der Evakuierungszone Jahresdosisleistungen von mehr als 20 Millisievert zu erwarten sind, was dem Sicherheitsgrenzwert für die Bevölkerung entspricht. Der Ministeriumssprecher wies allerdings darauf hin, dass dieser Grenzwert, was der maximalen, jährlichen Dosisleistung einer strahlenexponierten Person in Deutschland entspricht, der Niedrigste in der Welt sei.

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