„Telepolis“: Der groteske Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde

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Anstatt kritisch zu prüfen, hilft die IAEA unverhohlen mit, die Pannen und Schlampereien rund um Fukushima zu verschleiern

Die Internationale Atomenergieorganisation IAEA ist bekanntlich Teil der Atomlobby. Das wurde im Umgang mit dem Unfall im japanischen AKW Fukushima wieder deutlich vor Augen geführt. Die IAEA, die auch für Sicherheit im Umgang mit Atomenergie verantwortlich ist, stand unter dem aus Japan stammenden Generaldirektor Yukiya Amano sowohl den Vertuschungsaktionen und dem planlosen Reparaturarbeiten des Betreibers Tepco als auch der japanischen Regierung weitgehend unkritisch gegenüber. Man sah dem Treiben zu, verschloss wohlwollend die Augen und veröffentlichte nur die wenigen Daten, die man von Japan erhielt, anstatt deutlich zumindest die mangelnde Transparenz und das katastrophale Krisenmanagement zu rügen und auf Verbesserung zu dringen. Mehr

„Handelsblatt“: Die IAEA-Erkenntnisse zu Fukushima muten merkwürdig an

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Ein Kommentar im „Handelsblatt“ zum Untersuchungsbericht der IAEA zur Katastrophe in Fukushima:

Es gibt zwei Sorten Wahrsager. Jene, die wissen, dass sie eigentlich nichts wissen – und jene, die glauben, was sie erzählen. Beide Formen haben eine unangenehme Komponente gemeinsam: sie beruhen auf Kaffeesatzleserei. So gesehen ist es unerheblich, ob man der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA unterstellen kann, der Öffentlichkeit absichtlich Unsinn zu erzählen über die Atomkatastrophe in Japan. Vieles, was sie nun zu Tage gefördert haben will, bleibt jedenfalls Unsinn. Mehr

Es wäre noch zu ergänzen, dass es anfangs nicht nur ungenügend Dosimeter oder Decken gab, sondern dass es auch wochenlang kein medizinisches Monitoring der Arbeiter gab. Die zwei Kraftwerksarbeiter, bei welchen hohe Jod-131-Werte in der Schilddrüse festgestellt wurden, waren nicht bei den Aufräumarbeiten dabei, sondern arbeiteten im Kraftwerk als es zum Unfall kam, wobei bekannt wurde, dass sehr frühzeitig erhebliche Mengen Strahlung freigesetzt wurden, ohne, dass die Beschäftigten gewarnt wurden. Die Einschätzung Jan Keuchlers, dass der Abschlussbericht „Unsinn“ beinhaltet, teile ich deshalb voll und ganz.

„Telepolis“: Obamas Krieg gegen Whistleblower

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Die geheime Arbeit der NSA und der Staatsfeind Thomas Drake

Was macht einen zum Staatsfeind, den die amerikanische Justiz mit 35 Jahren Gefängnis bedroht? Seit der letzter Welle von WikiLeaks-Veröffentlichungen und der Reaktion der amerikanischen Führung darauf, vorneweg die Behandlung von Bradley Manning und die Versuche, Assange juristisch zu fassen, denkt man bei der Antwort nicht mehr automatisch nur an Verbindungen zu terroristischen Vereinigungen. Whistleblower, deren Arbeit Obama bei seiner Amtsübernahme noch öffentlich schätzte, werden vom „Präsidenten der Transparenz“ nun mit fragwürdiger Härte verfolgt, so Kritiker, die als Beweis dafür den Fall Thomas Drake anführen. Mehr

Studie zu den gesundheitlichen Folgen von Tschernobyl (via Strategie Blog)

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Nicht-Krebserkrankungen und genetische Schäden nehmen erschreckende Ausmaße an

Von der Tschernobylkatastrophe vor 25 Jahren sind über 600 Millionen Menschen in ganz Europa gesundheitlich betroffen. Das geht aus einer aktualisierten Studie der IPPNW Deutschland und der Gesellschaft für Strahlenschutz zu den gesundheitlichen Folgen von Tschernobyl hervor. Die Autoren werteten wissenschaftliche Untersuchungen aus der ganzen Welt aus. Mehr

Guter Diktator, schlechter Diktator

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Derzeit liegt der Fokus der westlichen Medien in Bezug auf die Aufstände im arabischen Raum bei Syrien, während Libyen nur noch am Rande Erwähnung findet, wobei die NATO noch immer Luftangriffe auf Libyen fliegt. Dass diese Bombardierungen nicht aus Menschenliebe geschehen, sondern knallharte wirtschaftliche Überlegungen bezüglich der libyschen Erdölfelder, sollte mittlerweile bekannt sein. Auch weitere Gründe kommen auf.

Was ist aber mit den westlichen „Verbündeten“ aus dem arabischen Raum? Wie steht es dort mit Demokratie und Menschenrechten? Mehr

Julian Assange: „Bradley Manning ist der wichtigste politische Gefangene der USA“

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Julian Assange über Bradley Manning, Cablegate und der Zusammenhang von US-Diplomatie, US-Wirtschaft und Spionage:

„Focus“: Tagelöhner landet als Arbeiter in Fukushima

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Eine kleine Schweinerei am Rande:
Verhängnisvolle Verwechslung: Anstelle als Lkw-Fahrer ist ein Tagelöhner von einer japanischen Arbeitsvermittlung in der Atomruine Fukushima eingesetzt worden – angeblich ohne Information über die Gefahren.

Der Tagelöhner aus Osaka erhielt zwar mit 24 000 Yen (rund 206 Euro) das Doppelte der ihm ursprünglich pro Tag versprochenen Summe. Dafür musste er aber auch in Schutzkleidung zwei Wochen lang bei der Kühlung der Reaktorblöcke 5 und 6 helfen. Das geschah zunächst offenbar ohne Strahlenmessgerät. „Ich habe erst an meinem vierten Arbeitstag dort ein Dosimeter bekommen“, sagte der Mann laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo.Mehr

Man sollte besonderes Augenmerk auf den Satz mit dem Dosimeter legen, da dies heisst, dass ein Arbeiter drei Tage lang ohne Dokumentation der Strahlenexposition eingesetzt wurde, bei Strahlenbelastungen, die im Millisievertbereich pro Stunde lagen. Das ist auch nicht der erste Bericht darüber, dass Einsätze ohne eine Überwachung der Strahlung erfolgten. Wenn die Strahlung in der Zeit angenommene 10 Millisievert pro Stunde betrug, was ja im Nachhinein nicht nachweisbar wäre, dann wäre es durchaus möglich, dass der erhöhte Grenzwert für Notfall-Expositionssituationen von 250 mSv innerhalb von vier Tagen erreicht worden wäre. Unverantwortlich, dass dieser Arbeiter dann noch weitere zehn Tage im Einsatz war. Dies gilt aber offensichtlich für eine größere Anzahl Arbeiter im Kraftwerk.

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